Behandlung von Rückenschmerzen

Um Rückenleiden richtig behandeln zu gönnen, ist es unabdingbar, zuerst die Ursache für die Rückenschmerzen festzustellen. Abhängig vom Auslöser der Rückenschmerzen gibt es verschiedene Behandlungsmethoden, die im folgenden Artikel kurz vorgestellt werden.

Behandlung mit alternativen Behandlungsmethoden:

Behandlung mit Hausmittel und Mittel aus der Apotheke

Physiotherapie und Akupunktur

Bei Erkrankungen des Rückens kann die Psyche ebenso der Auslöser sein wie eine physische Störung. Um den Sachverhalt zu erklären, sollte zuerst ein Allgemeinmediziner besucht werden. Nur er kann ein Überweisungsschreiben verfassen und die weitere Behandlung durch einen Psychologen oder einen Physiotherapeuten anordnen.

Der Physiotherapeut macht sich ein genaues Bild von der Erkrankung seines Patienten. Häufig kommt die Anamnese zum Einsatz. Diese medizinische Befragung hilft dem Physiotherapeuten dabei, mögliche Ursachen für das Rückenleiden zu finden und andere auszuschließen.
Ist eine Ursache gefunden, beginnt die Behandlung, die auf viele unterschiedliche Arten, je nach Ausprägung und Schwere der Erkrankung erfolgen. Möglich sind Massagen, die die Muskulatur lockern und Verkrampfungen lösen sollen ebenso wie Entspannungsbäder und sportliche Betätigung zum Aufbau von Muskulatur im betroffenen Bereich.

Akupunktur bei Rückenschmerzen

Immer mehr Physiotherapeuten gehen dazu über, sich über schulmedizinische Behandlungsmethoden hinaus zu informieren und weiterzubilden. Die Physiotherapie hat in asiatischen Ländern eine lange Tradition, in China wird sie seit mehr als 6.000 Jahren angewandt.
Patientenberichten zufolge erweisen sich insbesondere Akupunktur und Akupressur als besonders hilfreich. Hierbei werden speziell entwickelte Akupunkturnadeln in bestimmte Stellen auf der Haut eingestochen.

Die chinesische Medizin geht davon aus, dass hier die sogenannten Meridiane sitzen, Energiebahnen, die die korrekte Funktion der Organe gewährleisten. Nach dem Einstich, der Akupunktur, wird die Stelle kurzzeitig erwärmt und anschließend massiert (Akupressur).
Eine solche Sitzung dauert in der Regel maximal 30 Minuten und wird wiederholt, wenn die Symptome weiterhin auftreten.

Psychotherapie bei Rückenschmerzen

Immer mehr Menschen leiden unter Rückenschmerzen. Je nach Quelle ist von bis zu 80 % der arbeitenden Bevölkerung die Rede. Nicht bei allen Betroffenen kann nach eingehender Untersuchung eine Ursache gefunden werden, sodass andere Mittel zum Einsatz kommen.

Viele Ärzte gehen davon aus, dass Rückenschmerzen nicht nur physische Auslöser haben müssen. Auch die Psyche spielt eine große Rolle: Die tägliche Belastung im Arbeitsleben sorgt bei einem Großteil der Bevölkerung zu Stress und Unwohlsein.
In den meisten Fällen spielt hierbei die Psyche eine große Rolle, sodass an diesem Punkt auch bei der Behandlung von Rückenschmerzen angesetzt werden kann.

Psychotherapie bei Rückenschmerzen

Der Betroffene sucht einen Psychotherapeuten auf und bespricht in regelmäßigen Sitzungen Probleme an der Arbeit und im privaten Bereich.
In vielen Fällen stellt sich nach einiger Zeit Besserung ein: Durch ständigen Stress und psychische Belastung gewöhnen sich Betroffene häufig eine falsche Körperhaltung an, die in Folge dessen zu Muskelverkrampfungen und Verspannungen führen kann.

Kann dem Patienten mit einer Psychotherapie nicht gefunden werden, und auch die Schulmedizin zeigt keine Wirkung, ist die Überweisung an einen Physiotherapeuten sinnvoll, der mit Behandlungsmethoden der traditionellen chinesischen Medizin und der Homöopathie vertraut ist.

Operationen und die Behandlung mit Medikamenten

Zeigen weder die Schulmedizin noch Psychotherapien und alternative Konzepte wie die chinesische Medizin eine Wirkung oder sind die Rückenschmerzen besonders stark, muss über eine Behandlung mit Medikamenten oder eine Operation nachgedacht werden.

Mit Rückenschmerzen, insbesondere bei Erkrankungen, bei denen das Rückenmark betroffen ist, ist nicht zu scherzen. Rückenleiden sollten nie auf die leichte Schulter genommen und möglichst von einem Arzt behandelt werden.
Ein Beispiel für einen akuten Fall ist der Bandscheibenvorfall, wenn neurologische Störungen auftreten: Ein Arm oder Bein kann nur noch beschränkt bewegt werden, die Funktion von Darm und Blase ist gestört.

Bei leichteren Rückenschmerzen können neben Schmerzmitteln wie Paracetamol auch Gels und Salben angewandt werden, die die Durchblutung verbessern oder die Schmerzen im Bereich der Gelenke mindern.
Diese Mittel sind in der Regel rezeptfrei in der Apotheke erhältlich und sollten nur in leichten Fällen eingesetzt werden. Verschwinden die Rückenschmerzen auch nach mehrmaliger Anwendung nicht, sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden.

Schröpfen

Das Schröpfen ist eine Therapieform, die sowohl in der westlichen Medizin als auch in der traditionellen chinesischen Medizin seit Jahrhunderten angewandt wird.
In den letzten Jahren erhält die fast vergessene Behandlungsmethode immer mehr Aufmerksamkeit und wird deshalb bei Erkrankungen von Rheuma über Verdauungsprobleme bis hin zum Hexenschuss angewandt.

Welche Formen des Schröpfens gibt es und wie werden diese durchgeführt?

Grundlegend kann zwischen drei verschiedenen Methoden beim Schröpfen unterschieden werden, wobei zwei besonders häufig bei Rückenschmerzen angewandt werden.

Immer wird ein sogenanntes Schröpfglas auf die betroffene Stelle aufgesetzt. Anschließend wird, beispielsweise durch eine Absaugvorrichtung, ein Unterdruck im Glas erzeugt, was in der Folge meist zu einem leichten Bluterguss führt.

Während das blutige Schröpfen, das dem Jahrhunderte lang praktizierten Aderlass ähnelt, größtenteils zur Entschlackung eingesetzt wird, werden Rückenschmerzen häufig mit den anderen beiden Formen des Schröpfens behandelt.

Beim trockenen Schröpfen und der Schröpfmassage wird der Schröpfkopf auf die Haut aufgesetzt, ohne dass diese zuvor angeritzt wurde. Es entsteht ein Unterdruck, den viele Rückenschmerzen-Patienten als äußerst angenehm empfinden.
Bei der Schröpfmassage wird der Rücken zuerst mit Öl eingerieben. Nun wird das Schröpfglas auf die Haut aufgesetzt und hin und her bewegt. Abschließend wird das Glas wieder von der Haut entfernt und eine Massage durchgeführt, die durch die verbesserte Durchblutung besonders schmerzlindernd ist.

Behandlung von Rückenschmerzen mit alternativen Heilmethoden

Wenn bei der Behandlung von Rückenschmerzen Methoden der Schulmedizin nicht weiterhelfen, kann über den Einsatz von alternativen Heilmethoden nachgedacht werden. Im Folgenden sollen zwei Behandlungsmethoden kurz vorgestellt werden: Der Einsatz von homöopathischen Mitteln und die Gabe von Schüssler Salzen.

Die Behandlung mit homöopathischen Mitteln

Zur Behandlung von Rückenschmerzen kommen in der Homöopathie verschiedene Extrakte aus Heilpflanzen, Kräutern und Mineralsalzen zum Einsatz. Diese werden meist in mehreren kleinen Dosierungen verteilt über den Tag eingenommen. Dabei wird wahlweise auf Globuli, Tabletten oder Tropfen gesetzt.
Um ihre volle Wirkung entfalten zu können, sollten die Lebensbedingungen des Patienten bestmöglich angepasst werden. Stressige Situationen und Lärm sollten während der Behandlung ebenso gemieden werden wie aufputschende Mittel wie schwarzer Tee und Kaffee sowie Alkohol, Nikotin und andere den Kreislauf beeinflussende Stoffe.

Schüssler Salze gegen Rückenschmerzen

Im Bereich der alternativen Heilmethoden ist auch der Einsatz von Schüssler Salzen bei Rückenschmerzen verbreitet. Diese gehen auf den Arzt Wilhelm Schüssler zurück, der die biochemische Behandlung im Bereich der Homöopathie begründete.
Geringe Mengen von Mineralsalzen werden in Tablettenform oder aufgelöst in Wasser gereicht. Besonders häufig kommt dabei Schüssler Salz Nr. 7 – Magnesium phosphoricum, zum Einsatz.
Dieses soll eine positive Wirkung auf Nerven und Muskulatur haben und dadurch Verkrampfungen auflösen und Schmerzen lindern können.

Hausmittel/Mittel aus der Apotheke

Es gibt viele fast vergessene Hausmittel aus Großmutters Zeiten, die in verschiedenen Anwendungsbereichen eine unerwartete Wirkung entfalten können. Im Folgenden sollen Ihnen mehrere altbewährte Hausmittel, die gegen Rückenschmerzen helfen können, kurz vorgestellt werden.

Die Allzweckwaffe: Heil- und Entspannungsbäder

Nicht ohne Grund gelten Heilbäder als wahre Allrounder zur Behandlung der unterschiedlichsten Erkrankungen. Insbesondere bei Beschwerden der Atemwege und der Muskulatur verschaffen sie schnell Linderung. In diesem Abschnitt sollen mehrere Entspannungsbäder beschrieben werden.

  • Ein einfaches Vollbad: Lassen Sie ausreichend Wasser in die Badewanne ein. Ihr gesamter Oberkörper sollte bedeckt sein. Wählen Sie eine nicht zu heiße Temperatur knapp über Ihrer Körperwärme. Ideal sind Temperaturen zwischen 36 und 38 Grad: Das warme Wasser lockert Ihre Muskulatur und löst damit Verkrampfungen und andere Schmerzensherde auf. Besonders entspannend für die Muskulatur im Nacken und Rücken ist es, wenn Ihr Kopf während des Badens auf einem Badewannenkissen oder einer anderen weichen Auflage ruht.
  • Solbäder: Besuchen Sie ein Thermalbad mit einem Schwimmbecken mit einem hohen Salzanteil. Dieser verbessert die positive Wirkung der Wärme des Wassers. Alternativ können Sie auch ein Vollbad einlassen und nach Belieben haushaltsübliches Kochsalz dazugeben. Nachdem Sie gebadet haben, sollten Sie warme, weiche Bekleidung anziehen und sich dann warm eingepackt ins Bett oder auf das Sofa liegen. Gönnen Sie sich einige Stunden Ruhe und Entspannung.
  • Schwimmen gehen: Zu Urgroßmutters Zeiten ging man fast täglich bei gutem Wetter im nächstgelegenen See, Weiher oder Fluss schwimmen. Bewegung im Wasser tut dem gesamten Körper gut: Das Immunsystem und der Kreislauf werden gestärkt, Verkrampfungen gelöst und Muskeln, insbesondere im dorsalen Bereich, aufgebaut. Wenn Sie genug Zeit dazu haben, sollten Sie möglichst zwei bis drei Mal pro Woche schwimmen gehen. Schwimmen eignet sich sowohl zur Prävention als auch zur Behandlung von Rückenschmerzen.

Massageformen aus Urgroßmutters Zeiten

Das Massageöl, das heute in industrieller Massenproduktion hergestellt wird, hat einige Vorgänger. Im folgenden Abschnitt erhalten Sie eine kurze Übersicht über verschiedene Umschläge und Massageformen.

  1. 1. Rühren Sie Heilerde aus der Apotheke mit lauwarmem Wasser an. Legen Sie sich auf den Rücken, lassen Sie sich den warmen Brei auf dem Rücken verteilen und mit einem weichen Handtuch befestigen.
  2. 2. Wärmen Sie ein Kissen mit Kirschkern- oder Getreidefüllung in der Mikrowelle auf, legen Sie das Wärmekissen auf die betroffene Stelle und lassen Sie es dort für einige Zeit liegen.
  3. 3. Reiben Sie Ihren Rücken und den Nacken vor dem Schlafengehen mit ein wenig Kampferöl ein. Zusammen mit der Wärme und der Entspannung im Bett entfaltet es seine volle Wirkung. Erhältlich ist Kampferöl in der Drogerie und im Reformhaus.

Wenn kein dieser Methoden hilft, können Sie noch immer zu moderneren Behandlungsformen greifen. Empfehlenswert sind alle Methoden, in denen ein leichter Massagedruck mit Wärme kombiniert wird. Dazu zählen Massagen mit warmem Öl ebenso wie Thermacare Wärmeumschläge. Diese haften auf der betroffenen Stelle, ohne dass Sie sich Gedanken machen müssen, dass sie abfallen. Die Umschläge üben einen sanften Druck auf den Rücken oder den Nacken aus und tragen durch die abgegebene Wärme zur Linderung der Schmerzen bei. Wichtig ist, dass Sie diese Methoden regelmäßig anwenden.